Ab in den Urlaub... So erholen Sie sich wirklich!

Die Ferienzeit naht allerorts und da lohnt ein Blick auf das Thema Erholung. Vielmehr die Erholungsforschung, die uns nämlich hilfreiche Antworten auf die Frage gibt: Wie erholt man sich eigentlich wirklich...?

Immer wieder berichte ich zur Beantwortung dieser Frage von dem Mitarbeiter einer Bank, der im Rahmen eines firmeninternen Gesundheitstages zu mir in die Stressberatung kam. Mit einer Messung der Herzratenvariabilität im Ruhezustand testen wir manchmal zu Beginn der Beratung, wie gut der Körper entspannen kann. Einfach gesprochen: Im nicht gestressten Körper sollte sich in einer Ruhesituation die Herzfrequenz schnell normalisieren. Mit so einer Messung haben wir dann eine gute Ausgangsbasis für eine Beratung zum Umgang mit Stressbelastungen.
Es kam also ein dynamisch und sportlich aussehender Typ um die 30 ins Zimmer, und mein spontaner Gedanke war: "Der ist fit." (Mit der Zeit erkennt man deutlich, dass Ausdauer trainierte Menschen fast immer eine gute Herzratenvariabilität haben!) In der Messung zeigte sich dann aber schnell, dass der Körper im einfach nur Sitzen alles andere als ausgeglichen war. Auch eine gezielte Entspannungsübung brachte keine Änderung. Er war deutlich überrascht - ich auch - und leicht frustriert. Und dann kam auch noch meine zwangsläufige Frage: "Wie sieht es denn mit Stress aus... ein Thema?" Er erzählte daraufhin erst zögerlich, dann jedoch ausführlicher, dass er schon länger ziemlichen Zeitdruck habe und sich gestresst fühle, aber seit einiger Zeit auch ganz bewusst Sport zum Stressabbau mache. Ich hakte hier nach, was genau er macht, wie oft etc., und er erzählte, dass er seit einigen Monaten zusammen mit Freunden joggen geht: 4 bis 5 mal pro Woche, und das Ziel sei es, gemeinsam einen Marathon in guter Zeit zu laufen. Je mehr Details ich abfragte, umso mehr merkte der Mitarbeiter selbst, dass die Art und Weise, wie er Sport treibt, für ihn überhaupt keinen Ausgleich darstellt. Dass er im Gegenteil in seiner Freizeit genau den gleichen Druck auf sich ausübt, wie er ihn schon im Arbeitsalltag empfindet, wenn er immer den nächsten Termin im Hinterkopf hat. Sein Körper sprach da eine eindeutige Sprache, und wir kamen zu dem Ergebnis, dass er mit dem Joggen einen hervorragenden Ansatz zum Stressabbau und Ausgleich gewählt hatte, dass er die Umsetzung aber optimieren sollte: Joggen ohne Pulsuhr und Zielzeit im Kopf, dafür mit Muße und Blick auf die Bäume im Wald.

Ob es um das alltägliche Erholen oder den Urlaub geht - nehmen Sie Ihren Alltag mal ganz genau unter die Lupe: Welche Kriterien machen den Teil des Tages aus, an dem Sie Leistung bringen, sprich Energie abgeben? Und überlegen dann mal, was das genaue Gegenteil davon darstellt. DAS nämlich, sagen Forscher, wäre Ihr ideales Erholungsmittel!

  • Haben Sie beruflich ständig viele Menschen um sich? Dann lieber in die Berghütte als aufs Kreuzfahrtschiff!
  • Empfinden Sie wie unser Bänker viel Zeitdruck? Dann buchen Sie doch für die Rundreise nicht jede Etappe vor, sondern lassen sich mal von Ort zu Ort treiben.
  • Ist ihr Kopf ständig gefragt und müssen Sie immer hoch konzentriert sein? Das Erkunden neuer Orte auf eigene Faust könnte entspannter sein, als die Studienreise mit englischsprachigem Reiseführer. Nicht jedoch vielleicht für den, der einen sehr monotonen Job hat!

Sie sehen, es gibt kein Patentrezept. Letztlich brauchen Stressabbau sowie Erholung zunächst eine gute Selbstkenntnis, und dann einen Blick für die richtigen Dinge.

Ob auf der Alm oder dem Meer: Haben Sie eine erholsame Zeit in Ihrem persönlichen PAUSENRAUM!

Newsletter bestellen


Um die Funktionalität dieser Website für Sie optimal zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren.