Weck' den Isländer in dir!

Viele Zuschauer dieser Fußball EM 2016 haben vor allem ein Völkchen ins Herz geschlossen: die Isländische Nationalmannschaft. Als Außenseiter sind sie angetreten, und haben uns dann gezeigt, was man mit Willensstärke, Kampf- und Teamgeist, und ganz selbstverständlicher Unterstützung einfach nur freudiger Fans auf die Beine stellen kann. Jetzt sind sie raus, schade. Dennoch: Chapeau! Das hat sehr viel Spaß gemacht, diesem schnörkellosen Spiel zuzuschauen. Und vieles von diesem charmanten Spirit, über den manch einer belustigt schmunzelt, hat so viel Potenzial! Behalten wir doch einfach ein bißchen von diesem isländischen Spirit bei uns!

Was wir für uns mitnehmen können? 
Nun, wir haben mitbekommen: In Island ist man nicht nur Fußballer. Nein, man ist nebenbei auch Regisseur, betreibt einen Imbiss, und und und. Thorgrimus Trainsson, selbsternanntes "Mädchen für alles" im Trainerstab, berichtet in einem Interview (Quelle: 11 Freunde.de), dass er bereits Kinderbücher geschrieben hat, sowie als Motivationsredner und Tourguide arbeitet. 2013 wurde er zum Künstler des Jahres der Stadt Reykjavik gewählt. Nicht zu vergessen die Arbeit bei der Gesundheitsbehörde im Kampf gegen das Rauchen. Und die Präsidentschaftskandidatur habe er nur zurückgezogen, liest man im Interview, um sich voll und ganz auf das EM-Turnier konzentrieren zu können. 
Johannes Agustsson, einer der Inhaber des Plattenladens „12 Tonar“ in Reykjavik, wird in Andrea Walters Buch „Wo Elfen noch helfen – warum man Island einfach lieben muss“ so zitiert: „Einfach tun, was dir in den Kopf kommt und nicht zu viel darüber nachdenken. Das ist der Schlüssel zur isländischen Musik“. Und wohl auch zum Erfolg. Laut Trainsson macht in Island eigentlich jeder mindestens drei Jobs. Das sei einfach die Mentalität (und Schlüssel zum Erfolg) seines Landes.
Waren Sie schon auf Island? Und sind Sie auch über die Bananenplantage gestolpert? Bananen auf Island? Das geht! Stell' dir vor du lebst auf Island, und dein Traum ist es einfach, Pflanzen zu züchten. Und nicht, Fisch aus dem Wasser zu holen. Dann machst du es irgendwie möglich! Und genauso tat es ein Isländer. Seine größte Motivation: Den Menschen zeigen, dass er das mit den Bananen auf Island hinbekommt. „Einfach machen. Alles ist möglich“, kann man diesen Spirit wohl am passendsten übertiteln.

Als ich im Winter 2015 aus meinem ersten Islandurlaub zurückkam, habe ich die Mentalität der Menschen aber vor allem damit verbunden: Gelassenheit. Und zwar in jeglicher Hinsicht. Stress? Fehlanzeige. Als Islandneuling versteht man nämlich eines sehr schnell: Wer auf einer Insel inmitten solcher Naturgewalten lebt, der arrangiert sich. Entspannt sich. Bleibt gelassen. Denn ändern kann er sowieso nichts. Die Natur ist immer mächtiger. Ob ein Vulkan tagelang den gesamten europäischen Flugverkehr lahmlegt, oder Schneemassen und Blitzeis den Weg zum eigenen Häuschen unmöglich machen. Es ist, wie es ist. Nimm es, wie es kommt, und mach das Beste draus. Im zweiten Fall: Setz dich in die nächstbeste Tankstelle, bis der Weg wieder frei ist. Wann immer das ist. Plauder in der Zeit einfach nett mit denen, die ebenfalls warten. Schau einfach, wie du das Leben am besten genießen kannst. Scheint jede Menge Energie freizusetzen, diese Art durchs Leben zu gehen.

In diesem Sinne - Huh!
(isländisch für: "Bleiben Sie in Bewegung!")

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